Meine grausame Woche voller Qualen ist überstanden! Ich habe letztendlich doch noch ein Antibiotikum bekommen, das mich ganz schnell gesund gemacht hat. Ich glaube aber, ich hätte es doch lieber aushalten und nicht um eine Blutabnahme betteln sollen, denn seit ich am Mittwoch das erste Mal leergesaugt wurde, reißen die sich hier förmlich nach meinem Blut. Ständig kommt ein Medizinstudent oder Arzt in voller Blutsaugermontur auf mich zu und plündert meine Blutvorräte. Heute schon wieder! Hoffentlich war's das jetzt erstmal, ich glaube nämlich wirklich, dass ich bald kein Blut mehr in meinem Körper habe!! Und hoffentlich sind meine Werte endlich auch mal wieder gut. So, genug davon.
Morgen steht meine Teamvorstellung an. Da muss ich meine Behandlungsziele dem ganzen Team, also Ärzten, Therapeuten und anwesenden Pflegern vorstellen und ab da geht dann die Therapie in die 2. Phase. Ich darf mir dann endlich weiterführende Therapien aussuchen, was ich eigentlich schon gemacht habe, jetzt warte ich nur auf freie Plätze. Ich möchte nämlich zusätzlich zur Ergotherapie am Dienstag und Donnerstag Morgen auch noch nachmittags in die Textilgruppe, jeweils an den selben Tagen. Außerdem möchte ich Mittwoch und Freitag in die Kunst- und Gestaltungstherapie gehen. Die findet zum Glück morgens statt, dann hab ich da wenigstens die Nachmittage frei, wenn schon zwei andere wegfallen, wobei das auch kein Drama ist.
Jedenfalls bin ich ziemlich aufgeregt vor morgen, weil ich gespannt bin, was die lieben Herren und Frauen Doktoren zu meinen Zielen sagen. Diese sind nämlich 1. Selbstverletztendes Verhalten reduzieren, 2. Umgang mit Gefühlen, insbesondere Schuld, 3. Ansprüche an mich selbst reduzieren. Das klingt nahezu unmöglich, wenn man bedenkt, dass ich ja 'schon' am 5. September wieder entlassen werde, also noch knapp zwei Monate Zeit habe, um an mir zu arbeiten. Aber meine Therapeutin war ganz überzeugt davon, dass ich das schaffen kann. Ehrlich gesagt habe ich da ja so meine Zweifel. Zwar hoffe ich, dass ich meine Behandlungsziele wenigstens ansatzweise erreichen kann, aber ich glaube (nein, ich bin mir sicher), dass dazu deutlich mehr nötig ist, als eine 12-wöchige Therapie. Ja ich weiß, dass das ziemlich klar auf der Hand liegt, aber mich verstört eben diese Euphorie, die hier verstrahlt wird doch ein wenig. Ich bin ja auch ziemlich optimistisch, was die ganze Sache angeht, weil es mir im Moment wirklich gut geht, teils besser als es mir in den letzten paar Jahren ging (man glaubt es kaum!), aber man soll den Tag ja bekanntlich nicht vor dem Abend loben, richtig?
Nun, ich lasse mir meine Zuversicht trotzdem nicht nehmen, es läuft im Moment eben gut, warum kann ich das nicht endlich mal akzeptieren ohne ständig diese Zweifel im Hinterkopf zu haben? Mensch, immer diese blöden Borderliner-Gedanken, nie können die's einem Recht machen. Dafür hab ich mir heute selbst was Gutes getan, indem ich zu Helen ins Zimmer gezogen bin! Ja, richtig gelesen, ich bin die herzallerliebste Kathi endlich, endlich, endlich losgeworden. Nachdem sie aber schon angefangen hat, meine Handtücher mitzubenutzen (mh, delikat), wurde das aber auch wirklich mal Zeit. Jetzt sitze ich also hier in meinem neuen Zimmer und fühle mich pudelwohl, trotz dem ziemlich beschissenen Tag, den ich hinter mir habe. Aber Hauptsache, ich kann gut schlafen, was ich jetzt auch schleunigst tun werde. Drückt mir die Daumen bei meiner Teamvorstellung!
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